Wasserzähler und -leitungen jetzt noch winterfest machen
Frostschäden verursachen hohe Kosten – Versicherung zahlt nicht
Geplatzte Wasserzähler und berstende -leitungen gehören bei frostigen Temperaturen fast zur Tagesordnung bei den Stadtwerken Neuwied (SWN) und beim Kreiswasserwerk (KWW). Angesichts der bevorstehenden Minusgrade sollte man sich mit ein paar einfachen Handgriffen Kosten und Ärger ersparen.
„Rund 90 Euro kostet ein Wasserzähler mit Montage“, sagt Sven Preußiger vom Technischen Kundencenter der SWN. Kosten, die der Hausbesitzer tragen muss, falls es zum Frostschaden kommt. Wer unliebsame Überraschung vermeiden will, sollte zunächst schauen, wo der Zähler liegt. „In Kellern reicht es meistens schon aus, wenn die Fenster geschlossen sind, um Zugluft zu vermeiden.“ Zusätzliche Sicherheit bringen Mineralwolle oder Stroh, insbesondere bei Zählern in Außenschächten. Laut Preußiger kann auch Luftpolsterfolie, die sonst zum Verpacken benutzt wird, genutzt werden: „Die Luftschicht isoliert gut. Zähler und Leitungen damit umwickeln, ein paar Klebestreifen zum Fixieren und fertig. Der Absperrhahn sollte für den Notfall natürlich zugänglich bleiben.“
Bei einigen Immobilienbesitzern machte erst das Tauwetter nach dem letzten Winter den Schaden offensichtlich. In gefrorenen Leitungen dehnt sich das Wasser aus, die Rohre platzen. Entdeckt werden die Schäden erst bei milderen Temperaturen, wenn das Eis schmilzt und wieder Wasser fließt. Udo Engel, Betriebsleiter des Kreiswasserwerks (KWW) rät, besonders bei leer stehender Wohnungen und Häuser genau hinzuschauen. Hier gilt es, die Heizung anzulassen und den Thermostatregler auf Frostschutzstellung zu belassen: „In leeren Häusern sollte man sogar etwas zugeben, weil die Räume schneller auskühlen.“ Natürlich verursacht das Energiekosten, doch im Schadensfall wird´s schnell teurer, wenn dann auch noch Mauerwerksschäden hinzukommen. Engel warnt: „Die Versicherungen zahlen in solchen Fällen nicht.“ Auch Winterurlauber drehen unbedacht die Heizung zu weit runter: „Die sind in Gedanken dann schon verreist.“ Hinzu kommt, dass auch nicht gespart wird: „Wer nach der Rückkehr ausgekühlte Wände aufheizen muss, zahlt sogar drauf.“
Auch für Garten- und Hofleitungen, die noch nicht entleert wurden, wird es höchste Zeit: „Mit einem Entlüftungsventil ist das unproblematisch – wird aber leider oft vergessen.“ Sind Zähler oder Leitungen doch einmal dicht durch den Frost, sollte man den Haupthahn abdrehen und sofort den Fachmann heranziehen. Die Leitungen oder Zähler mit offener Flamme oder Lötlampen aufzutauen, verbietet sich. Die Temperaturen sind zu hoch für Dichtungen und verursachen Materialspannungen. Folge: Die Leitung reißt.






